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Fährtenarbeit

Für uns kaum mit Geruchsinn ausgestatten Menschen grenzt es jedes mal wieder an ein Wunder, wenn ein Hund einer Fährte folgt, die aus einer Vielzahl für uns nicht wahrnehmbarer Düfte besteht. Die Fährtenarbeit bietet dem Hund eine artgerechte Beschäftigung. Denn er ist nun mal von Natur aus ein „Nasentier“. 
Auch mit Hunden, die aufgrund von HD und ähnlichen Mängeln nicht in anderen Sportarten geführt werden können, bietet die Fährtenausbildung eine schöne Beschäftigung. Es ist Kopf- und Körperarbeit zugleich.

Warum ist ein Hund zu solchen Leistungen fähig 

Während wir Menschen die Welt primär mit den Augen erfassen, sorgen bis zu 
300‘000‘000 Riechzellen auf 150 qcm dafür, dass der Hund seine Umwelt mit der Nase „sieht“. Wir dagegen müssen uns mit etwa 500‘000 Riechzellen auf 5 qcm begnügen, die zudem nicht annähernd so perfekt arbeiten wie die des Hundes. Zum eigentlichen Riechen führt der Hund die Schnüffelatmung durch, bei der er bis zu 300 mal pro Minute einatmet. Die Geruchempfindlichkeit von Menschen und Hund steht im Verhältnis 1:100 Million.

Was riecht der Hund auf der Fährte

Der Individualgeruch des Fährtenlegers wird direkt an die Umwelt abgegeben, schwebt in der Luft und wir durch die Wetterverhältnisse auch von der Fährte abgetrieben. Wir möchten jedoch einen mit tiefer Nase genau auf der Fährte suchenden Hund, also sollte er sich nicht am Individualgeruch des Fährtenlegers orientieren.
In dem Moment, indem der Fährtenleger über das Gelände geht, verletzt er Pflanzen (Zellen). Die Duftstoffe aus der Pflanzensäften werden sofort freigesetzt, die Intensität des Geruchs nimmt jedoch auch fast genauso schnell wieder ab. Die eigentlichen Duftstoffe, an denen der Fährtenhund sich orientiert, entstehen durch den bakteriellen Abbau der zerquetschten Pflanzenteile. Diese Mikroorganismen zersetzen die zerstörten Pflanzenteile. Ihr Geruch entsteht nicht unmittelbar beim Legen der Fährte, sondern baut sich nach ca. 15-20 Minuten auf, bleibt dafür aber mehrere Stunden lang bestehen, so dass erfahrene Fährtenhunde auch nach Stunden eine Fährte noch absuchen können.

Letzte Aktualisierung

06.05.2013

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BH II /BH III

Während BH I eine Grundausbildung verlangt, die für jedes funktionierende Mensch-Hunde-Team zu schaffen ist, kommen in der weiteren Begleit-hundearbeit Elemente dazu, welche nur mit einem beträchtlichen zeitlichen Engagement  der Hundeführer zuverlässig erarbeitet werden können.

Fortschritte stellen sich langsamer ein, als beim Anfänger, was ein hohes Mass an Ausdauer und Motivation verlangt. Dies   ist nur von geduldigen, engagierten HundeführerInnen  mit einem von Natur aus arbeitsfreudigen, gut geführten Hund durchzuhalten.

BH II ist die unverzichtbare Zwischenstufe auf dem Weg zur Endform der BH III (genaue Beschreibung der Arbeiten siehe PO.)

Zur Illustration meiner Bemerkungen hier einige Beispiele, was von einem BHIII-Team verlangt wird:

Nasenarbeit:
60 Minuten alte Fremdfährte; 400 Schritte lang, mit drei rechten, einem spitzem und einem stumpfem Winkel; 3 Fremdgegenständen
Ein 50X50 Meter langes Sachenrevier ist systematisch nach 3 Gegenständen abzusuchen.

Unterordnung/Führigkeit:
40m voran schicken mit stehen und anschliessendem Weiter-schicken oder Verschieben und abrufen über die Hürde		
Positionenwechsel auf 30 Schritte 
3 Minuten verharren in der Sitzposition (HF im Versteck)

Wer mit seinem Hund in den Sparten BHII/BHIII arbeitet, kann seinem Vierbeiner eine abwechslungsreiche Palette von Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Unabhängig von Prüfungs-erfolgen gilt deshalb: 

Schon der Weg ist ein lohnendes Ziel!